Bewässerungskreise richtig aufteilen
Ein Bewässerungskreis ist der Abschnitt einer Anlage, der über ein eigenes Ventil gesteuert wird. Alle Regner in diesem Abschnitt laufen gemeinsam an und gemeinsam aus. Die Aufteilung in Kreise ist keine Frage des Komforts, sondern eine der Physik: Ihr Anschluss liefert eine begrenzte Wassermenge, und die muss reichen für alles, was gleichzeitig läuft.
Warum überhaupt aufteilen
Hängen zu viele Regner am selben Ventil, sinkt der Druck für jeden einzelnen. Das Strahlbild bricht zusammen, die Wurfweite schrumpft, und zwischen den Regnern bleiben trockene Zonen. Die Lösung ist nicht ein stärkerer Regner, sondern eine Gruppe weniger. Wie viele Regner Ihr Anschluss trägt, ergibt der Eimertest.
Die eine Regel, die nicht verhandelbar ist
Tropfrohre und Regner gehören immer in getrennte Kreise. Der Grund ist die völlig unterschiedliche Ausbringmenge. Ein Regner bringt in fünfzehn Minuten aus, wofür ein Tropfschlauch eine Stunde braucht. Wer beide an ein Ventil hängt, hat am Ende entweder ertrunkene Beete oder einen durstigen Rasen. Etwas dazwischen gibt es nicht.
Sinnvolle Aufteilung nach Flächen
Jede Zone mit eigenem Wasserbedarf bekommt einen eigenen Kreis:
- Rasen. Große Menge, seltener Turnus. Ein bis zwei Gänge pro Woche, dafür durchdringend.
- Hecke und Beet. Mittlere Menge, angepasst an die Bepflanzung.
- Töpfe, Hochbeete, Gewächshaus. Kleine Menge, dafür häufiger.
So lässt sich der Rasen dreimal pro Woche versorgen und die Beete nur einmal, ohne dass Sie etwas umstecken müssen. Wie viel Wasser welche Fläche braucht, steht im Beitrag Wie viel Wasser braucht Rasen wirklich.
Wie das technisch umgesetzt wird
Bei der Plan-Box erhält jede Zone ein eigenes Magnetventil. Alle Ventile sitzen zentral in einer Ventilbox, und die Steuerung weist jedem Kreis eigene Startzeiten und Laufzeiten zu. Eine Steuerung genügt für die gesamte Anlage.
Bei der Sofort-Box ist der Aufbau bewusst einfacher gehalten. Häufig wird nur eine Leitung benötigt. Größere Varianten bringen von sich aus zwei Kreise mit, etwa die U-Form für 600 m². Hier gilt ein Unterschied, der beim Nachrüsten oft übersehen wird: Bei der Sofort-Box braucht jedes zusätzliche Modul eine eigene Smart-Home-Erweiterung, wenn es getrennt gesteuert werden soll. Drei Module, die unabhängig laufen sollen, brauchen also drei Erweiterungen.
Zeitpläne je Kreis
Der eigentliche Gewinn getrennter Kreise zeigt sich in der Steuerung. Sie können mehrere Startzeiten und Laufzeiten pro Tag programmieren und jedem Kreis einen eigenen Plan geben: morgens der Rasen, abends die Beete. Verdunstung ist früh und spät am geringsten, weshalb sich beide Zeitfenster anbieten.
Die Anlage greift dabei auf Wetterdaten zu und lässt Gänge ausfallen, wenn Regen gemeldet ist. Bei der Plan-Box kommt zusätzlich ein Regensensor dazu. Beides verhindert den Fall, den jeder kennt: die Anlage, die mitten im Landregen anspringt.
Steuern lässt sich das per App oder über Sprachassistenten wie Alexa und Google Home, sofern eine stabile WLAN-Verbindung besteht. Bei der Plan-Box ist diese Anbindung enthalten, bei der Sofort-Box ist sie optional.
An später denken
Wenn absehbar ist, dass der Garten wächst, lohnt es sich, den zweiten Kreis gleich mitzudenken. Eine Leitung nachträglich zu verlegen bedeutet, den Rasen noch einmal zu öffnen. Ein Kreis, der zunächst nur als Anschluss vorbereitet ist, kostet beim Einbau fast nichts und erspart später einen zweiten Arbeitstag. Erweiterungs-Sets mit zusätzlichen Ventilen, Regnern und Rohren finden Sie unter Fertige Module.