Ratgeber

Bewässerungsanlage winterfest machen: warum Ausblasen Pflicht ist

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Diese eine physikalische Tatsache ist der Grund, warum eine Bewässerungsanlage im Herbst entleert werden muss und nicht einfach abgestellt werden kann. Restwasser in einer Leitung, einem Ventil oder einem Regnergehäuse sprengt das Bauteil von innen, und zwar unabhängig davon, wie hochwertig es ist.

Wann der Zeitpunkt ist

Vor dem ersten Frost. Das ist keine Kalenderfrage, sondern eine Wetterfrage. Wer den ersten Nachtfrost abwartet, hat unter Umständen schon einen Schaden, den er erst im Frühjahr bemerkt, wenn die Anlage undicht anläuft.

Wie entleert wird

Die Anlage wird mit Druckluft ausgeblasen. Das Gefälle allein reicht nicht, weil Leitungen Senken haben und Wasser in Ventilen und Regnergehäusen stehen bleibt. Erst die Druckluft drückt dieses Restwasser durch die Düsen heraus. Danach ist die Anlage winterfest.

Warum die frostfreie Tiefe nicht genügt

Die Hauptleitung liegt bei fachgerechtem Einbau in etwa 25 bis 40 Zentimetern Tiefe und damit unterhalb der üblichen Frostgrenze. Das schützt die Leitung selbst, aber nicht die Bauteile darüber: Regner sitzen in Rasenhöhe, Ventile in der Box knapp unter der Oberfläche, Anschlüsse und Filter oft oberirdisch. Genau dort entstehen die Frostschäden.

Zisterne, Pumpe und oberirdische Teile

Wer aus einer Zisterne oder einem Brunnen speist, hat zusätzliche Bauteile zu berücksichtigen. Die Pumpe und ihre Anschlussleitungen führen Wasser und sind selten frostfrei verlegt. Auch der Filter gehört geleert, weil sich in seinem Gehäuse ein Wasserstand hält, den kein Gefälle entfernt.

Als Reihenfolge hat sich bewährt: Wasserzufuhr schließen, Anlage drucklos machen, Kreise nacheinander ausblasen, danach Filter und Pumpe entleeren. Nacheinander deshalb, weil die Druckluft sonst den Weg des geringsten Widerstands nimmt und ein Kreis unbemerkt gefüllt bleibt. Welche Kreise Ihre Anlage hat, steht im Beitrag über Bewässerungskreise.

Die Verbindung zur Garantie

Auf unsere Systeme gilt eine verlängerte Garantie von fünf Jahren auf Material- und Herstellungsfehler. Fällt ein Bauteil wie ein PE-Rohr, ein Ventil oder eine Düse in dieser Zeit durch einen Fertigungsfehler aus, erhalten Sie kostenlosen Ersatz.

Die regelmäßige Winterwartung ist Voraussetzung dafür. Das ist keine Formalie: Ein Frostriss ist kein Fertigungsfehler, sondern die Folge unterlassener Entleerung, und er ist als solcher auch erkennbar. Bewahren Sie Ihre Kaufbelege auf und melden Sie Schäden direkt nach Entdeckung.

Was die Wartung für die Lebensdauer bedeutet

Eine korrekt eingebaute und jährlich entleerte Anlage kann mehr als 30 Jahre funktionieren. PE-Rohre und Ventile sind langlebige Bauteile, die kaum verschleißen. Was Anlagen vorzeitig beendet, ist fast nie der Betrieb, sondern der Winter.

Im Frühjahr

Vor dem ersten Gang in der neuen Saison lohnt ein Blick auf drei Dinge: Sitzen alle Regner noch auf Rasenhöhe, oder hat der Boden gearbeitet? Ist der Filter sauber? Laufen alle Kreise an? Ein Probelauf pro Kreis bei Tageslicht zeigt in zehn Minuten, ob der Winter Spuren hinterlassen hat. Ersatzteile für einzelne Komponenten finden Sie unter Einzelteile.

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