Wie viel Wasser braucht Rasen wirklich?
Die häufigste Ursache für braune Flecken im Rasen ist nicht zu wenig Bewässerung, sondern zu häufige. Wer täglich kurz wässert, befeuchtet nur die oberste Bodenschicht. Die Wurzeln bleiben darüber und wachsen nicht in die Tiefe. Kommt dann eine Hitzewoche, trocknet dieser Rasen schneller aus als einer, der seltener, dafür durchdringend versorgt wurde.
Die Faustregel
Rasen benötigt je nach Bodenart 10 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter und Gang:
- Lockere Sandböden: 10 bis 15 Liter. Sand nimmt schnell auf, hält aber wenig.
- Lehmige Böden: 15 bis 20 Liter. Lehm nimmt langsamer auf und speichert länger.
Verteilt wird diese Menge auf ein bis zwei Gänge pro Woche, nicht auf sieben. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einem belastbaren und einem empfindlichen Rasen.
Die Laufzeit ausrechnen
Aus der Wassermenge wird eine Laufzeit, sobald Sie die Ausbringmenge Ihrer Regner kennen. Die Rechnung ist einfach:
Angenommen, Ihre Regner liefern zusammen 6 Liter pro Minute und Sie wollen 15 Liter je Quadratmeter auf 100 m² ausbringen. Benötigt werden also 1.500 Liter. Bei 6 Litern pro Minute wären das 250 Minuten, weshalb die Fläche in der Praxis auf mehrere Regner verteilt wird: Arbeiten zehn Regner parallel, sind es 15 Minuten je Kreis.
Wie viele Regner Ihr Anschluss gleichzeitig trägt, klären Sie vorher mit dem Eimertest.
Die Probe aufs Exempel
Ob die Laufzeit stimmt, sehen Sie nicht an der Oberfläche, sondern im Boden. Stechen Sie nach einem Bewässerungsgang mit dem Spaten ein: Der Boden sollte bis in etwa 15 Zentimeter Tiefe feucht sein. Ist er nur oben dunkel, war die Gabe zu klein. Steht Wasser, war sie zu groß oder kam zu schnell.
Der richtige Zeitpunkt
Bewässern Sie in den frühen Morgenstunden. Dann ist die Verdunstung am geringsten, und die Halme trocknen im Lauf des Tages ab, was Pilzdruck verringert. Abends ist die zweitbeste Wahl. Die Mittagsstunden sind die schlechteste, weil ein erheblicher Teil des Wassers verdunstet, bevor es den Wurzelbereich erreicht.
Mit einer App-fähigen Steuerung legen Sie mehrere Startzeiten fest und müssen dafür nicht früh aufstehen. Die Anlage greift zusätzlich auf Wetterdaten zu und lässt einen Gang ausfallen, wenn es ohnehin regnet.
Beete und Töpfe folgen anderen Regeln
Was für Rasen gilt, gilt nicht für Kübel und Hochbeete. Dort arbeitet eine Tropfbewässerung mit deutlich geringerem Durchsatz, dafür häufiger. Das Wasser tropft direkt in den Wurzelbereich, statt über Blätter zu laufen und zu verdunsten. Gegenüber oberflächlicher Beregnung spart das bis zu 70 Prozent.
Für diese Bereiche gibt es eigene Module, etwa die Zone Hecke/Beet M für bis zu 50 Meter Hecke oder 16 m² Beet. Sie lassen sich jederzeit nachrüsten, auch wenn die Rasenbewässerung schon läuft.